Wir schreiben das Jahr 1963. Am 1.April startet das Zweite Programm. Endlich

haben wir eine Auswahl. Doch wie war es vorher: 1.1.1954 gab es 11658 Fernseh-

Teilnehmer. 1955 waren es dann schon 100 000 und 1958 über 2 Millionen. Ab 17.

Dezember 1965 bekamen wir dann ein 3. Programm, doch es sollte noch 20 Jahre

dauern, dass wir mit einer großen Programmvielfalt rechnen können. Dieses sollte

dann über Satellit möglich sein, denn analog über Antenne gab es keine

Möglichkeit. Die neue Frequenz über Satellit war mit 11-12 Ghz sehr hoch. Im

normalen Fachhandel gab es weder Geräte noch Bauteile.

Für Funkamateure, mein Rufzeichen DG 7 DM und das meines Sohnes Uwe DG 2 DAE, war

das aber nichts Neues. Da ausländische Geräte sehr schwer zu beschaffen und sehr

teuer waren, mußte an den Eigenbau gedacht werden. Bauteile gab es im

Amateurbereich. Die waren auch nicht billig, aber es war, wenn man die Bauzeit

nicht rechnete, eine günstigere Lösung. So einfach war es aber auch noch nicht,

denn die Post setzte da einen Riegel vor. Eine Empfangs-Genehmigung gab es nur

für Versuchszwecke. Die kostete dann einmalig 200,- DM und monatlich 20 DM.

Nachdem alle Formalitäten geregelt und auch Bauteile beschafft waren , wurde mit

dem Eigenbau begonnen. Rechtzeitig zum Start von RTL plus über Satellit konnte

die Anlage in Betrieb genommen werden. Ein Kamerateam filmte auch hier den Start.

Doch es sollte noch einige Jahre dauern, ehe wir den Stand von heute erreicht

hatten. Nach dem Bau der ersten Empfangsanlage baute ich noch 2 weitere Anlagen.

Alle 3 Geräte und auch die 250 cm große Parabolantenne aus feinem Drahtgewebe

sind noch in Funktion. Der Parabolspiegel wird auch für Digital-TV genutzt werden

können, aber die 3 Analog-Receiver werden am 30.04.2012 ihren Empfang einstellen

müssen und ihren Weg ins Museum  antreten. Alles in Allem war es eine schöne

Zeit. In die Sat-Empfangs-Technik bin ich so hineingewachsen. Für die Mithilfe

möchte ich mich bei meiner Tochter Petra, sie war bei mir in der Lehre als Radio-

und Fernsehtechnikerin und meinem Sohn Uwe der nach seiner Lehre bei mir zu der

Zeit in Dortmund Nachrichten-Technik studierte.

Heinz Sültz, Radio-und Fernsehtechniker Meister

 


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